Waldwissen
Blätter vom Haselstrauch

Haselstrauch

 

Leckerei für Mensch und Tier


Bestimmt hast du schon mal ein Eichhörnchen gesehen, das an einer Haselnuss knabbert. Denn Haselnüsse sind das absolute Lieblingsessen der herzigen Nagetiere. Aber auch für uns Menschen ist die Haselnuss eine Leckerei. Darum  wird sie in vielen Süssigkeiten wie Guetzli oder Kuchen verarbeitet.


Die Haselnuss ist die Frucht des Haselstrauchs oder –baums, der oft an Waldrändern oder in Hecken wächst. Wichtig ist, dass die Orte sonnig sind, damit der Haselstrauch gut wachsen kann. Dann kann der Strauch bis zu 10 m hoch werden.

Blätter vom Bergahorn

Bergahorn

 

Im Herbst geht's ganz schön bunt zu


Dank der grossen und fünflappigen Form ist das Ahornblatt leicht zu erkennen. Im Herbst erstrahlt es in einem dunklen Rot, hellen Gelb oder knalligen Orange. Darum kannst du aus den trockenen Blättern ganz schöne Klebebilder machen!


Der Bergahorn ist eine der 150 weltweit vorkommenden Ahornbaumarten und ist in der Schweiz weit verbreitet, auch im Wald. Der Bergahorn hat hohe Ansprüche an seinen Standort: Er braucht sehr viel Wasser und Sonne, um gut wachsen zu können. Dann wird er bis zu 35 Meter hoch und erreicht ein Alter von um die 400 Jahre. Seine Rinde fühlt sich ganz glatt an, wenn der Baum noch jung ist. Im Laufe der Zeit wird sie schuppig und rau.


Ob du einen alten oder jungen Bergahorn vor dir hast, erkennst du auch an der Farbe: die jungen Bäume haben eine grau-braune Rinde, die alten haben ein Borke in scheckigem Gelbbraun.

 

 

Blätter und Blüten von der Sommerlinde

Sommerlinde

Die Sommerlinde ist die Schildkröte unter den Bäumen:


Bis zu 1000 Jahre kann sie alt werden. Um dieses hohe Alter zu erreichen, braucht die Linde aber warme Plätze, die von der Sonne gut erreicht werden. Dann kann sie auch bis zu 40 m hoch werden und entwickelt eine grosse Baumkrone mit vielen und langen Ästen. Die Blüten der Sommerlinde sind sehr hilfreich.


Vielleicht hast du sogar schon mal während einer Erkältung Lindenblütentee getrunken! Denn dieser Tee beruhigt Halsschmerzen und Husten. Ausserdem macht er die Nase frei.

Blätter und Früchte von der Vogelkirsche

Vogelkirsche

So lecker und so gesund


Bestimmt hast du schon mal leckere Kirschen gegessen. Diese Früchte kommen von der Vogelkirsche, auch Kirschbaum genannt, und sind sowohl bei uns Menschen als auch bei Tieren sehr beliebt. Vor allem Vögel haben die roten Früchte zum Fressen gern - darum heisst auch der Baum so.


In der Natur darf man die Kirschkerne übrigens einfach ausspucken. Vielleicht wächst aus dem Kern ein neuer Kirschbaum! Neben den Kirschen, die im Sommer reifen, ist die Vogelkirsche an einer Höhe von ca. 25 m und ihren länglich-ovalen Blättern zu erkennen. Im Herbst werden die Blätter dunkelrot. Die Rinde ist oft fast schwarz und hat ein geringeltes Muster.

Buntspecht

Buntspecht

Wer klopft denn da?


Wenn du durch den Wald läufst, hörst du bestimmt hin und wieder ein lautes Trommeln. Das hört sich dann so an, als würde jemand mit einem Stock ganz schnell gegen einen Baumstamm schlagen. In Wirklichkeit kommt dieses Trommeln aber vom Buntspecht, der mit seinem Schnabel gegen die Rinde hämmert. Warum er das macht? Damit lockt er Insekten und Larven an, die sich unter der Baumrinde befinden - denn die stehen neben Beeren und Baumsamen auf seinem Speiseplan.


Der Name "Buntspecht" kommt von seinem roten Kopf. Den haben aber nur die Männchen, die Specht-Weibchen haben keinen so genannten "Nackenfleck". Der Buntspecht kann nicht nur fliegen, sondern auch sehr gut klettern. Seine Krallen und Schwanzfedern helfen ihm dabei. Der Buntspecht wird ca. 25 cm gross und lebt in Höhlen von Baumstämmen.

Dunkle Biene

Dunkle Biene

Eine Waldbewohnerin unter vielen


Morgens zum Frühstück isst du vielleicht manchmal ein leckeres Brötchen mit Honig. Diesen süssen Aufstrich haben wir den Bienen zu verdanken. Insgesamt leben in der Schweiz über 600 Bienenarten, eine davon ist die Dunkle Biene. Sie wohnt im Wald und haust dort zusammen mit 40.000 bis 60.000 anderen Bienen in einem Nest.


Vielleicht hast du ein Bienennest schon mal gesehen - es ist vor allem für seine sechseckigen Hohlräume, die Waben, bekannt, die eng aneinander liegen. Dort entsteht auch der leckere Honig, den die Bienen aus dem Nektar von Pflanzen wie Löwenzahn oder Raps herstellen. Im Jahr produzieren sie bis zu 8 kg Honig.

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Flink über Stock und Stein


Gerade im Herbst, wenn die Bäume bunte Blätter und gereifte Früchte abwerfen, kommen sie zum Vorschein, die Eichhörnchen. Geschickt und flink klettern sie dann von Baum zu Baum - oft mit einer Eichel oder Haselnuss im Schlepptau, denn diese Früchte sind ihre Leibspeise. Auch Tannenzapfen haben sie zum Fressen gern.


Damit die Eichhörnchen so gut klettern können, haben sie einen buschigen Schwanz, der ihnen dabei hilft, das Gleichgewicht selbst auf dünnen und wackeligen Ästen zu halten. Eichhörnchen haben gute Augen und langen Krallen. Ihren Unterschlupf haben Eichhörnchen in Nestern, die sie in Bäumen bauen. Dort finden sie Schutz, auch vor ihrem grössten Feind, dem Baummarder.

Baummarder

Baummarder

Nachtaktives Klettertier


In der Schweiz kommen sechs Marderarten vor. Eine davon ist der Baummarder. Er lebt ausschliesslich im Wald. Nur dort findet er genügend Orte, wo er sich zurückziehen kann, z.B. Baumhöhlen oder Nester.


Der Baummarder ist ein Einzelgänger und lebt allein in seinem Revier. Am Tag schläft er, um Kraft für die Nacht zu tanken. Denn erst, wenn es dunkel wird, verlässt der Baummarder seinen Unterschlupf, durchstreift sein Revier und geht auf die Jagd. Auf seinem Speiseplan stehen Insekten, Mäuse, Beeren und Nüsse. Aber auch grössere Tiere wie Eichhörnchen oder Hasen werden von ihm gefressen! Vogeleier sind ebenfalls nicht vor ihm sicher, die er dank seiner Kletterkunst leicht auf Bäumen erreichen kann.

Wildschwein

Wildschwein

Ein echter Allesfresser


Mit dem rosafarbenen Hausschwein, das du vielleicht schon einmal auf einem Bauernhof gesehen hast, hat das Wildschwein nicht viel gemeinsam. Es ist grösser und hat ein dunkles, dichtes, borstiges Fell. Die kleinen Wildschweine heissen Frischlinge und haben lustige weissbraune Streifen.


Das Wildschwein ist ein echter Allesfresser: Kleintiere, Insekten, Larven, Rehkitze, Früchte, Gräser oder Getreide - das und vieles mehr steht auf seinem Speiseplan. Das Wildschwein lebt nur im Wald - und das meist sehr versteckt. Deckung und Ruhe ist ihm sehr wichtig, sodass es sich hauptsächlich im dichten Gebüsch aufhält. Dort lebt es in kleinen Gruppen zusammen. Erst wenn es Nacht wird, verlässt es sein Versteck und geht auf die Suche nach Nahrung.

Zwei Rehe

Reh

Scheue, aber schnelle Vierbeiner


Bist du nahe einer Waldlichtung und es ist früh morgens oder spät am Abend, hast du vielleicht Glück und siehst ein Reh: Denn dann verlassen sie oft den dichten Wald und gehen auf Nahrungssuche. Rehe sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Pilzen oder Blättern. Ausser mit ihrem Geweih - das jedoch nur die Männchen haben - können sich Rehe nicht verteidigen. Auch können sie nicht gut sehen und hören, weshalb sie schnell weglaufen, sobald sie Gefahr wittern. Sie sind sehr scheue Tiere.


Die Jungen des Rehs, die Rehkitze, sind für ihre Farbe sehr bekannt: In den ersten Lebenswochen haben sie ein weiss gepunktetes Fell. Durch die hellen Punkte sind sie gut getarnt und können so von Feinden nicht schnell erkannt und gefunden werden.

Ein Fluss am Waldesrand

Die Funktionen des Waldes

Wofür ist der Wald da und was macht er eigentlich?


Im Wald fallen zuerst die hohen Bäume auf, doch dort gibt es noch so viel mehr zu entdecken: Denn neben den Bäumen sind auch Pflanzen und Tiere im Wald zu Hause. Sie alle haben ihren Platz und sind für unsere Umwelt sehr wichtig. Die Bäume helfen, den Boden bei starkem Regen festzuhalten. So kann die Erde durch viel Wasser nicht einfach weggespült werden.


Das Wasser wird durch die sehr langen Wurzeln der Bäume ausserdem gefiltert, so dass es ganz sauber wird. Auch die Luft wird durch die Bäume gereinigt - das machen vor allem die Blätter. Die Blätter versorgen die Umwelt, also auch uns Menschen, mit Sauerstoff: Der ist ganz wichtig, denn wir brauchen Sauerstoff zum Atmen. Aus dem Holz der Bäume können wir Produkte herstellen, die wir jeden Tag brauchen wie Tische, Stühle und Betten. Aber auch Sportgeräte und Musikinstrumente werden aus Holz gemacht.


Ausserdem gibt es im Wald leckere Beeren oder Pilze. Aber Vorsicht! Das Essen von Früchten aus dem Wald solltest du nur in Begleitung eines Erwachsenen machen, der sich damit auskennt. Denn manche Beeren sind für uns Menschen gefährlich und ungesund.

Humus und Pflanze

Der Aufbau des Waldes

Das Haus 'Wald' und seine Stockwerke


Der Wald ist aufgebaut wie ein Haus, das aus vier Stockwerken besteht. Jedes Stockwerk hat seine eigenen Bewohner. Der Keller des Hauses Wald bildet die Moos- und Bodenschicht. Dort leben Insekten, Kleintiere wie Echsen, Mäuse oder Igel. Darüber befindet sich die Krautschicht, das Erdgeschoss. Dieses Stockwerk besteht aus Gräsern, Blütenpflanzen und jungen Bäumen.


Es ist die Nahrungsgrundlage vieler Tiere, z. B. Rehe. Die darauf folgende Schicht heisst Strauchschicht. Wie der Name schon sagt, wachsen dort viele Sträucher wie Hasel oder Holunder. Kleintiere wie Vögel und Insekten haben hier ihr zu Hause. Das Obergeschoss des Waldes ist die Baumschicht und das grösste Stockwerk. Die hochgewachsenen Bäume bilden den Wohnraum vieler Vögel, Insekten und Säugetiere wie Baummarder oder Eichhörnchen.

Müll im Wald

Wie verhalte ich mich im Wald?

Der Wald ist sehr kostbar. Lasst uns gemeinsam auf ihn aufpassen.


Der Wald ist sehr wichtig für unsere Umwelt und damit auch für uns Menschen. Deshalb solltest du dich im Wald auch richtig verhalten und auf ein paar Dinge achten. Besonders Müll gehört nicht in den Wald, sondern in den Mülleimer und wenn keiner in der Nähe ist, nimm den Abfall einfach wieder mit.


Ausserdem solltest du dich im Wald ruhig verhalten und die Wege nicht verlassen, damit du die Tiere nicht störst. Auch auf die Pflanzen solltest du Rücksicht nehmen: Man verletzt keine Äste oder bricht sie ab, Pflanzen werden nicht gepflückt. So wird der Waldbesuch zu einem einzigartigen Erlebnis und du kannst die Natur ganz einfach geniessen.

Totholz

Totholz

Totholz: zu Hause vieler Lebewesen


Bäume sind Lebewesen. Und wie jedes andere Lebewesen auch, kann ein Baum krank werden und sterben. Dann spricht man von Totholz. Doch wie entsteht Totholz? Welche Gründe gibt es für das Absterben eines Baumes? Zum einen kann das am Alter des Baumes liegen. Lebt der Baum schon sehr lang, wird er irgendwann schwach und stirbt.


Zum anderen ist es aber auch das Wetter, das einen Baum sterben lässt: Dazu gehören z.B. Waldbrände durch langanhaltende Trockenheit, Stürme oder Blitzeinschläge, wenn es gewittert. Ein toter Baum ist jedoch nicht ohne Nutzen. Viele Tiere wie Vögel, Käfer oder Eichhörnchen haben dort ihr zu Hause. Totholz ist also auch ein wichtiger Lebensraum für viele Waldbewohner.

Pilz

Pilze

Sie sehen zwar oft zum Anbeissen aus, aber...!


Pilze werden von vielen für ihren saftigen Geschmack geliebt, sind jedoch auch mit Vorsicht zu geniessen: In Mitteleuropa gibt es über 5000 Pilzarten, darunter fallen ca. 150 Giftpilze. Deshalb solltest du auch niemals einen Pilz essen, den du nicht kennst. Denn oft sind Pilze zwar ganz schön anzuschauen, wie z.B. der rotweiss gepunktete Fliegenpilz, aber sie können der Gesundheit auch Schaden zufügen und sind daher für uns Menschen gefährlich.


Zu den Pilzen, die jedoch ohne Bedenken gegessen werden können, gehören Butterpilze oder Steinpilze. Lass es dir schmecken!

Nüsse

Nüsse

Lecker - nicht nur zur Adventszeit


Nüsse werden vor allem während der Adventszeit gegessen, aber auch im übrigen Jahr sind sie Teil vieler Leckereien, z.B. Kuchen, Guetzli oder Schokolade. Auch viele Tiere wie Eichhörnchen oder Mäuse haben Nüsse auf ihrem Speiseplan stehen. Nüsse sind die Früchte der Nussbäume. Dazu gehören z.B. Haselnuss- oder Walnussbäume. Auch der Kastanienbaum gehört zu den Pflanzen, die Nüsse treiben.


Bestimmt hast du die braunen, glatten Früchte schon mal gesehen. Sie befinden sich in grünen, stacheligen Schalen. Jedoch werden die Nüsse des Kastanienbaums in der Küche nur sehr selten eingesetzt. Vielmehr können sie gesammelt werden und sorgen für viel Spass beim Basteln.

Wald

Was macht ein Förster?

Der Beruf des Försters ist vielfältig und spannend


Alles, was mit Wald zu tun hat - das ist sein Fachgebiet. Der Förster passt vor allem darauf auf, dass dem Wald kein Schaden zugefügt wird. Denn den Pflanzen und Tieren im Wald soll es ja gut gehen. Ausserdem entscheidet der Förster, wo Waldwege gelegt werden oder welche Bäume gefällt werden dürfen.


Zu viel Holz darf dem Wald dabei natürlich nicht entnommen werden, worauf der Förster aufpasst. Gerne zeigt dir der Förster auch den Wald und nimmt dich mit auf spannende Waldwanderungen und Führungen. Vielleicht haben du und deine Mitschüler mal Lust mit dem Förster eine Führung durch den Wald zu machen?

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